35 Jahre Mauerfall sind weit mehr als ein historisches Jubiläum. Der 9. November 1989 steht für einen Abend, an dem sich politische Starrheit, gesellschaftlicher Druck und der Wunsch nach Freiheit mit voller Wucht entluden. Was in Berlin geschah, veränderte nicht nur eine Stadt. Es veränderte Deutschland, Europa und das Bildgedächtnis des 20. Jahrhunderts.
Der Mauerfall ist deshalb bis heute ein Schlüsselthema für Redaktionen, Dokumentationen, Magazine, Schulmaterialien und historische Rückblicke. Kaum ein anderes Ereignis lässt sich so klar in ikonischen Bildern erzählen: Menschen auf der Mauer am Brandenburger Tor, geöffnete Grenzübergänge, Umarmungen zwischen Fremden und Familien, improvisierte Feiern in einer Nacht, in der Geschichte plötzlich sichtbar wurde.
Gerade historische Bilder machen diesen Moment greifbar. Sie zeigen nicht nur Politik, sondern Gefühle: Erleichterung, Unsicherheit, Aufbruch, Überforderung und Euphorie. Wer sich heute mit dem Mauerfall beschäftigt, arbeitet deshalb nie nur mit Daten und Chronologien. Es geht immer auch um Erinnerung, Perspektive und die Frage, wie historische Zäsuren visuell vermittelt werden.
Der Mauerfall markiert das Ende einer europäischen Ordnung, die über Jahrzehnte von Blockkonfrontation, Grenzregimen und ideologischer Spaltung geprägt war. Für Berlin bedeutete der 9. November 1989 das Ende einer physischen und psychologischen Trennung. Für Deutschland war er der entscheidende Wendepunkt auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Für Europa wurde er zum Symbol dafür, dass autoritäre Systeme nicht unantastbar sind.
Bis heute wirkt dieser Abend nach, weil er mehrere Geschichten zugleich erzählt. Er ist die Geschichte einer geteilten Stadt. Er ist die Geschichte einer Diktatur, die ihren Rückhalt verlor. Und er ist die Geschichte einer Zivilgesellschaft, die gelernt hatte, öffentlich Druck aufzubauen. Genau diese Mehrschichtigkeit macht den Mauerfall für journalistische, dokumentarische und kulturelle Formate so relevant.
Hinzu kommt die emotionale Kraft des Themas. Viele historische Jahrestage bleiben abstrakt, wenn sie nur über Akten, Reden und Zahlen erzählt werden. Der Mauerfall ist anders. Er hat Gesichter, Orte und Szenen hervorgebracht, die sich tief in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Genau darin liegt seine anhaltende publizistische Kraft.
Kollektionen:
Leben an der inner-deutschen Grenze
Mauerfall und Wiedervereinigung
Der letzte Ministerrat der DDR
Die Berliner Mauer entstand am 13. August 1961 und stand bis zum 9. November 1989. Ihre Gesamtlänge betrug 155 Kilometer. Sie verlief nicht nur durch das Zentrum Berlins, sondern umschloss West-Berlin vollständig und machte die Stadt zu einem geopolitischen Brennpunkt des Kalten Krieges. Was oft als „Mauer“ bezeichnet wird, war in Wirklichkeit ein komplexes Grenzsystem aus Sperranlagen, Wachtürmen, Kontrollwegen, Signalzäunen und dem gefürchteten Todesstreifen.
Für die Menschen in Berlin war die Mauer kein fernes Symbol, sondern Alltag. Familien wurden getrennt, Wege zur Arbeit und zu Freunden unterbrochen, Nachbarschaften zerschnitten. Wer im Osten lebte, hatte es mit einem System zu tun, das Bewegungsfreiheit einschränkte und Fluchtversuche brutal verfolgte. Wer im Westen lebte, blickte auf eine Betongrenze, die mitten durch Wohngebiete, Straßen und Lebensläufe verlief.
Die Berliner Mauer war damit mehr als ein Bauwerk. Sie war die sichtbarste Verdichtung des Ost-West-Konflikts und machte Berlin zum globalen Brennpunkt der Systemkonfrontation.
Besonders prägend ist bis heute die Erinnerung an die Opfer des Grenzregimes. Menschen starben bei Fluchtversuchen, wurden erschossen, verunglückten oder nahmen sich in ausweglosen Situationen das Leben. Der Blick auf den Mauerfall darf deshalb nie nur triumphal sein. Er muss auch die Gewalt, die Angst und die biografischen Brüche mitdenken, die der Teilung vorausgingen.
Das Leben mit der Mauer bedeutete Kontrolle im Kleinen und Großen. Grenzanlagen bestimmten die Topografie der Stadt, Ausreiseverbote prägten Biografien, und das Misstrauen des Staates war im Alltag spürbar. Gerade dieser Aspekt ist für historische Bildstrecken zentral: Nicht nur die Nacht des 9. November ist erzählenswert, sondern auch die 28 Jahre davor.
Historische Fotos aus dieser Zeit zeigen leere Grenzräume, Wachtürme, Stacheldraht, Kontrollpunkte und Menschen, die auf der jeweils anderen Seite des Systems festsaßen. Solche Bilder machen sichtbar, was politische Begriffe wie „Teilung“ oder „Grenzregime“ im Alltag tatsächlich bedeuteten.
Der Mauerfall kam nicht aus dem Nichts. Er war das Ergebnis eines langen Erosionsprozesses, in dem wirtschaftliche Probleme, politische Erstarrung, internationale Reformimpulse und wachsender gesellschaftlicher Protest zusammenwirkten. Wer den 9. November verstehen will, muss deshalb den Herbst 1989 als gesamteuropäische Umbruchphase lesen.
Ein entscheidender Faktor war die Entwicklung in Osteuropa. Die Reformpolitik von Michail Gorbatschow veränderte die politische Atmosphäre in der Sowjetunion und im gesamten Ostblock. Zugleich setzte Ungarn 1989 ein starkes Signal, als die Sperranlagen an der Grenze zu Österreich abgebaut wurden und sich für viele DDR-Bürger ein Fluchtweg öffnete. Die Bilder von Ausreisen über Ungarn und von überfüllten Botschaften in Prag, Budapest oder Warschau machten sichtbar, wie tief die Krise der DDR bereits war.
Parallel dazu wuchs in der DDR selbst der Protest. In Leipzig wurden die Montagsdemonstrationen zum sichtbaren Ausdruck einer Bewegung, die Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und demokratische Mitbestimmung forderte. Was mit relativ kleinen Protesten begann, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu einer Massenbewegung, die das SED-Regime politisch und moralisch unter Druck setzte.
In diesem Zusammenhang gewannen auch Bürgerrechtsgruppen an Bedeutung. Das Neue Forum, mitgeprägt von Persönlichkeiten wie Bärbel Bohley und Jens Reich, gab dem gesellschaftlichen Unmut eine organisierte Stimme. Diese Akteure stehen bis heute für jene Seite des Mauerfalls, die nicht aus Regierungshandeln entstand, sondern aus Zivilcourage, Beharrlichkeit und öffentlicher Artikulation.
Ohne die Friedliche Revolution wäre der Mauerfall nicht denkbar gewesen. Die Demonstrationen in Leipzig, Berlin, Dresden und anderen Städten machten klar, dass sich die Bevölkerung nicht länger mit kosmetischen Reformen zufriedengab. Gerade darin liegt die historische Bedeutung des Herbstes 1989: Die Dynamik kam nicht nur von oben, sondern maßgeblich von unten.
Die Montagsdemonstrationen veränderten die politische Sprache der Zeit. Aus Angst wurde Öffentlichkeit, aus Unzufriedenheit wurde organisierter Protest. Dass dies in vielen Fällen friedlich blieb, gehört zu den großen Leistungen jener Wochen. Die Bilder von Kerzen, Transparenten und dicht gefüllten Innenstädten sind deshalb nicht nur historische Dokumente, sondern zentrale Ikonen demokratischen Aufbruchs.
Auch Michail Gorbatschow spielte in dieser Phase eine indirekt entscheidende Rolle. Sein Reformkurs signalisierte, dass Moskau die harte Sicherung jedes Satellitenregimes nicht mehr in der bisherigen Form garantieren würde. Für die SED-Führung bedeutete das einen dramatischen Verlust an strategischer Sicherheit. Für die Opposition bedeutete es ein politisches Fenster.
Kollektionen:
Der 9. November 1989 ist einer der seltenen Momente, in denen sich Geschichte fast minutengenau erzählen lässt. Am Abend trat Günter Schabowski vor die Presse und verlas eine neue Reiseregelung. Auf die Frage, wann diese in Kraft trete, antwortete er mit den berühmt gewordenen Worten, sinngemäß sofort und unverzüglich. Was als missverständlich kommunizierte Verwaltungsinformation begann, entwickelte sich binnen Stunden zu einer politischen Explosion.
Tausende Menschen machten sich noch am selben Abend auf den Weg zu den Grenzübergängen. Die Grenzposten waren auf die Situation nicht vorbereitet, die Befehlsketten überfordert, die Lage zunehmend unkontrollierbar. Um 23.39 Uhr öffnete sich der Grenzübergang Bornholmer Straße als erster. Weitere Übergänge folgten. In dieser Nacht wurde aus staatlicher Kontrolle ein Kontrollverlust und aus einer Reiseregelung ein weltgeschichtlicher Umbruch.
Die Bilder dieser Stunden gingen um die Welt. Menschen standen auf der Mauer am Brandenburger Tor, fielen sich in die Arme, tanzten, schrien, lachten, weinten. Andere blickten ungläubig, vorsichtig, fast erschöpft. Gerade diese Mischung aus Euphorie und Unsicherheit ist es, die historische Fotografien vom Mauerfall bis heute so stark macht. Sie zeigen keine sauber inszenierte Staatsaktion, sondern Geschichte im Moment ihres Geschehens.
Günter Schabowski gehört zu den bekanntesten Namen des 9. November 1989, weil seine Pressekonferenz zum unmittelbaren Auslöser der Ereignisse wurde. Historisch interessant ist dabei nicht nur die berühmte Antwort selbst, sondern auch das, was sie offenlegte: Die DDR-Führung war in einer Situation angekommen, in der sie politische Prozesse weder kommunikativ noch organisatorisch beherrschte.
Der Mauerfall ist deshalb auch ein Medienereignis. Fernsehbilder, Live-Berichterstattung und internationale Presse machten aus der Grenzöffnung in Berlin binnen kürzester Zeit ein globales Symbol. Für Archive, Nachrichtenredaktionen und Dokumentarfilmer ist genau das bis heute zentral: Die Nacht des 9. November wurde nicht nur erlebt, sie wurde in Echtzeit in Bilder übersetzt.
Historische Großereignisse entstehen nie durch eine einzige Person. Trotzdem helfen Persönlichkeiten dabei, politische Prozesse greifbar zu machen. Im Fall des Mauerfalls gilt das besonders, weil sich an einzelnen Namen unterschiedliche Ebenen der Geschichte bündeln: Staatsmacht, Opposition, internationale Diplomatie und öffentliche Erinnerung.
Bärbel Bohley steht wie wenige andere für die Bürgerrechtsbewegung des Herbstes 1989. Als Mitbegründerin des Neuen Forums verkörperte sie jenen demokratischen Anspruch, der aus dem Inneren der DDR kam und sich nicht mit bloßer Systemkosmetik zufriedengab. Zusammen mit Jens Reich wurde sie zu einer prägenden Figur jener Opposition, die den öffentlichen Raum zurückeroberte.
Für die visuelle Erzählung des Mauerfalls ist diese Perspektive wichtig. Wer nur die Grenzöffnung zeigt, erzählt das Ende. Wer auch Opposition, Demonstrationen und Bürgerbewegungen sichtbar macht, erzählt den Weg dorthin. Genau deshalb sollten Bildstrecken zum Mauerfall nicht nur die Nacht des 9. November, sondern auch die Wochen des zivilen Drucks davor abbilden.
Michail Gorbatschow war nicht der Urheber des Mauerfalls, aber ohne seinen Reformkurs ist das Jahr 1989 kaum denkbar. Glasnost und Perestroika veränderten die politische Logik des Ostblocks, schwächten die Erstarrung der alten Machtapparate und erhöhten den Druck auf Regierungen, die an einem dogmatischen Kurs festhielten.
Auch in der DDR wurde Gorbatschow zu einer Projektionsfigur. Viele Demonstrierende verbanden mit ihm die Hoffnung auf Reformen, die die SED-Führung verweigerte. In der historischen Darstellung des Mauerfalls ist er daher ein zentraler Referenzpunkt, weil sich an seiner Person die internationale Dimension des Geschehens ablesen lässt.
Helmut Kohl prägte die Phase nach dem Mauerfall wie kaum ein anderer westdeutscher Politiker. Mit seinem Zehn-Punkte-Programm vom 28. November 1989 setzte er die deutsche Frage erneut auf die politische Tagesordnung und gab der Entwicklung Richtung Einheit eine operative Form. Damit steht Kohl für die Übersetzung des historischen Moments in konkrete Regierungspolitik.
Willy Brandt wiederum verweist auf die längere Vorgeschichte. Seine Ostpolitik zielte darauf, die Ost-West-Konfrontation politisch zu entschärfen und die deutsche Frage in einem europäischen Kontext zu denken. Wer den Mauerfall historisch einordnet, kommt deshalb an Brandt nicht vorbei. Er steht für jene strategische Vorarbeit, ohne die die spätere Überwindung der Teilung anders verlaufen wäre.
Günter Schabowski und Egon Krenz stehen für die andere Seite der Geschichte: für eine Staatsführung, die im Herbst 1989 den Überblick verlor. Während Schabowskis Pressekonferenz den unmittelbaren Anstoß gab, verkörpert Krenz die Unfähigkeit des Regimes, auf die gesellschaftliche Krise mit glaubwürdiger politischer Öffnung zu reagieren.
Gerade in der Bildsprache lässt sich dieser Kontrast stark erzählen: hier die Gesichter einer überforderten Führung, dort die Bilder einer Bevölkerung, die sich den öffentlichen Raum zurückholt. Diese Gegenüberstellung macht den Mauerfall bis heute zu einem der visuell klarsten Wendepunkte der Zeitgeschichte.
Der Mauerfall war nicht einfach das Ende einer Berliner Grenzanlage. Er war das sichtbare Zeichen dafür, dass die Nachkriegsordnung in Europa in Bewegung geraten war. Auf Berlin folgten tiefgreifende politische Veränderungen: die Öffnung weiterer Grenzen, die Delegitimierung des SED-Regimes, die Demokratisierung der DDR und schließlich die deutsche Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.
Für Europa wurde der 9. November 1989 zum Symbol einer neuen Epoche. Die starre Teilung des Kontinents verlor ihre Unumkehrbarkeit. Staaten, Gesellschaften und politische Institutionen mussten sich neu orientieren. Auch deshalb wirkt der Mauerfall weit über Deutschland hinaus: Er ist Teil der gesamteuropäischen Erzählung vom Ende des Kalten Krieges.
Gleichzeitig gehört zur historischen Ehrlichkeit, dass der Fall der Mauer nicht alle Konflikte auflöste. Die Einheit brachte Hoffnungen, aber auch Unsicherheiten, wirtschaftliche Brüche, biografische Verluste und neue Debatten über Identität, Gerechtigkeit und Erinnerung hervor. Wer heute an den Mauerfall erinnert, sollte deshalb nicht nur den Jubel zeigen, sondern auch die Komplexität der Umbruchszeit.
Erinnerung an den Mauerfall findet heute auf mehreren Ebenen statt. Sie lebt in Gedenkstätten, in Schulbüchern, in journalistischen Rückblicken, in Ausstellungen, in Fernseharchiven und in den privaten Fotoalben derer, die diese Zeit erlebt haben. Gerade in Berlin wird deutlich, dass Erinnerung kein statischer Zustand ist. Orte wie die Bernauer Straße oder das Brandenburger Tor zeigen, wie Geschichte im Stadtraum weiterwirkt und immer wieder neu gedeutet wird.
Für die öffentliche Erinnerungskultur ist dabei entscheidend, dass der Mauerfall nicht zu einer bloßen Wohlfühl-Erzählung verkürzt wird. Die Euphorie der offenen Grenze gehört dazu, aber ebenso die Jahrzehnte der Repression davor. Gute historische Beiträge verbinden deshalb zwei Blickrichtungen: Sie zeigen die Freude des 9. November 1989 und sie erinnern an die Bedingungen, unter denen diese Freude überhaupt erst ihre Wucht bekam.
Das macht auch die Auswahl von Bildmaterial anspruchsvoll. Ein Jubiläumsbeitrag gewinnt deutlich, wenn er nicht nur auf bekannte ikonische Leitmotive setzt, sondern unterschiedliche Ebenen des Themas sichtbar macht: Grenzarchitektur, Alltag im geteilten Berlin, Ausreisebewegungen, politische Proteste, improvisierte Feiern, staatliche Überforderung und die spätere Erinnerung an die Opfer. So entsteht aus einzelnen Bildern eine Erzählung mit historischem Tiefgang.
Je größer der historische Abstand, desto wichtiger wird die visuelle Kontextualisierung. Für jüngere Zielgruppen ist der Kalte Krieg keine eigene Erfahrung, sondern Geschichte. Begriffe wie SED, innerdeutsche Grenze, Reisefreiheit oder Todesstreifen wirken schnell abstrakt, wenn sie nicht mit anschaulichen Motiven verbunden werden. Bilder helfen hier nicht nur beim Erinnern, sondern auch beim Verstehen.
Für digitale Formate gilt das besonders. In Social Media, Newslettern, interaktiven Dossiers oder edukativen Slideshows entscheidet die Bildauswahl oft darüber, ob ein Thema als fern oder als unmittelbar relevant wahrgenommen wird. Wer etwa nur ein berühmtes Foto vom Brandenburger Tor verwendet, aktiviert Wiedererkennung. Wer zusätzlich Aufnahmen von Bornholmer Straße, Demonstrationen auf dem Alexanderplatz, Flucht über Ungarn und Alltag an der innerdeutschen Grenze integriert, schafft Kontext.
Historische Relevanz und visuelle Präzision gehören deshalb zusammen. Ein starkes Bildarchiv ist nicht nur praktisch, weil es Material verfügbar macht. Es ist redaktionell wertvoll, weil es Themen differenzierter erzählen lässt. Gerade beim Mauerfall entscheidet diese Differenzierung darüber, ob ein Beitrag nur emotional berührt oder ob er zugleich historisch überzeugt.
Historische Bilder leisten beim Thema Mauerfall mehr als Illustration. Sie strukturieren Erinnerung. Sie zeigen, wie sich politische Zäsuren in Körperhaltung, Mimik, Architektur und öffentlichem Raum niederschlagen. Ein Foto von Menschen auf der Mauer erzählt oft schneller und unmittelbarer als viele Absätze, warum dieser Moment weltweit als Wendepunkt wahrgenommen wurde.
Für Redaktionen und Dokumentarproduktionen haben Bilder des Mauerfalls mehrere Funktionen zugleich:
Dokumentation eines singulären Ereignisses
Visuelle Einordnung von Jahrestagen
Verständliche Vermittlung komplexer Zusammenhänge
Verbindung von Zeitgeschichte mit konkreten Biografien und Orten
Auch für Bildungsformate, Magazine und digitale Storytelling-Projekte sind solche Archive zentral. Gute Bildauswahl macht den Unterschied zwischen allgemeiner Erinnerung und präziser historischer Erzählung. Wer den Mauerfall nur mit einem ikonischen Jubelbild zeigt, erzählt einen Ausschnitt. Wer zusätzlich Proteste, Grenzalltag, Fluchtbewegungen, Opposition und die ersten offenen Übergänge zeigt, erzählt die ganze Entwicklung.
Eine gute Mauerfall-Bildstrecke lebt von Perspektivenvielfalt. Besonders wirkungsvoll sind:
Bilder vom Alltag an der Berliner Mauer vor 1989
Aufnahmen von Flucht und Ausreise über Ungarn und Botschaften
Fotografien der Montagsdemonstrationen und Bürgerrechtsbewegungen
Szenen an Grenzübergängen wie Bornholmer Straße
Ikonische Motive vom Brandenburger Tor
Bilder der ersten Begegnungen zwischen Ost und West
Aufnahmen der frühen Nachwendezeit und des Mauerabbaus
Diese Vielfalt ist nicht nur redaktionell sinnvoll, sondern auch historisch sauber. Sie verhindert, dass der Mauerfall auf eine einzige Nacht reduziert wird. Gleichzeitig eröffnet sie unterschiedliche Erzählwinkel für Features, Dokumentationen, Chroniken, Unterrichtsmaterialien oder Jubiläumsbeiträge.
Wer historische Bilder veröffentlicht, arbeitet fast immer in einem Umfeld, in dem Bildrechte, Persönlichkeitsrechte und Nutzungszweck sauber getrennt werden müssen. Eine Lizenz überträgt dabei nicht das Eigentum am Bild. Sie regelt das Nutzungsrecht, während das Urheberrecht beim jeweiligen Urheber beziehungsweise bei der Agentur verbleibt.
IMAGO bietet dafür gängige Lizenzmodelle, die den Einsatz präzise definieren
Rights Managed ist in der Regel für klar umrissene, einmalige Nutzungen gedacht, etwa für einen konkreten Artikel, eine bestimmte Social-Media-Veröffentlichung oder eine definierte Druckauflage.
Royalty Free Classic eignet sich für wiederholte Nutzung ohne erneute Einzelmeldung pro Einsatz, je nach Variante etwa als Standard- oder Extended-Lizenz.
Royalty Free Premium ist für besonders flexible Projekte interessant, häufig auch mit größerem Umfang, etwa in Printprodukten, Kampagnenbestandteilen oder Packaging, sofern die zusätzlichen Rechte vorliegen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen redaktioneller und kommerzieller Nutzung. Redaktionell meint Berichterstattung, Information und Dokumentation, also etwa Artikel, Chroniken oder Schulmaterial. Kommerziell umfasst dagegen Werbung, Sponsoring, Produktvermarktung, Packaging oder Merchandising. Gerade bei Bildern mit erkennbaren Personen oder privaten Orten kann dieser Unterschied rechtlich entscheidend sein.
Deshalb spielen auch Releases eine wichtige Rolle. Wenn Personen oder private Orte beziehungsweise Objekte klar erkennbar sind und die Nutzung kommerziell wird, können Model Releases oder Property Releases relevant werden. IMAGO kennzeichnet den Release-Status in den Metadaten und unterstützt die Suche über entsprechende Filter. Das erleichtert die Auswahl passender Motive erheblich, vor allem dann, wenn Bildmaterial nicht nur redaktionell, sondern in Marketing- oder Kommunikationskontexten eingesetzt werden soll.
Für Redaktionen und Organisationen ist neben der Rechtefrage auch der Workflow entscheidend. IMAGO stellt dafür drei gängige Einkaufswege bereit:
Einzellizenzen direkt über den Webshop für konkrete Veröffentlichungen
Credit Packages mit 365 Tagen Laufzeit für regelmäßige Käufer und
die persönliche Beratung über einen Sales Manager für größere Umfänge, wiederkehrende Bedarfe oder individuelle Vertragsmodelle.
Gerade bei historischen Themen wie dem Mauerfall ist diese Klarheit wichtig. Jubiläumsartikel, Dossiers, Dokumentarfilme, Ausstellungen, Bildungsformate und Social-Content-Serien haben oft unterschiedliche Nutzungsarten, Laufzeiten und Reichweiten. Wer früh sauber zwischen redaktionell und kommerziell, zwischen Einzellizenz und wiederkehrender Nutzung sowie zwischen Standardbedarf und individuellem Projekt unterscheidet, spart später Zeit und reduziert rechtliche Risiken.
35 Jahre Mauerfall sind ein Anlass zur Erinnerung, aber auch zur präzisen Einordnung. Der 9. November 1989 war nicht nur die Nacht offener Grenzübergänge. Er war das Ergebnis von Protest, Mut, internationalem Wandel und politischer Überforderung eines Regimes, das seine Legitimität verloren hatte.
Die Berliner Mauer bleibt dabei das stärkste Symbol jener Teilung, die Europa über Jahrzehnte prägte. Und die Bilder ihres Falls bleiben unverzichtbar, weil sie Geschichte sichtbar machen: nicht abstrakt, sondern konkret, menschlich und unmittelbar.
Wer heute über den Mauerfall arbeitet, braucht deshalb mehr als ein einziges ikonisches Motiv. Gefragt ist eine visuelle Erzählung, die Teilung, Flucht, Opposition, Grenzöffnung und Erinnerung zusammendenkt. Genau darin liegt die Stärke gut kuratierter Archive.
IMAGO macht diese historische Breite für redaktionelle und dokumentarische Projekte nutzbar — von der innerdeutschen Grenze über Fluchtbewegungen und Proteste bis zu den ikonischen Szenen des 9. November 1989. So wird aus einem Jahrestag ein Beitrag, der nicht nur erinnert, sondern erklärt.