Olympische Spiele sind mehr als ein Medaillenspiegel. In wenigen Sekunden können Rekorde fallen, Karrieren kippen oder Bilder entstehen, die Jahrzehnte später noch als Referenzpunkt dienen. Gerade weil die Spiele weltweit gesehen werden, prägen einzelne Szenen das kollektive Gedächtnis – unabhängig davon, ob sie im Stadion, im Fernsehen oder später in Archiven wiederentdeckt werden.
Für Medien, Agenturen, Marken, Creator, NGOs und Bildungsinstitutionen ist diese Bildsprache bis heute relevant: Sie wird zitiert, eis gesammelt oder in Reportagen neu kontextualisiert. IMAGO arbeitet als internationale Image- und Content-Plattform mit einem globalen Netzwerk aus Partnerfotografen, Agenturen und Archiven – und unterstützt so die professionelle Bildrecherche und Lizenzierung für redaktionelle und (unter passenden Voraussetzungen) kommerzielle Projekte.
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Legendär ist nicht automatisch „rekordverdächtig“. Ein Moment wird oft dann historisch, wenn er mehrere Ebenen verbindet: sportliche Leistung, gesellschaftlichen Kontext und mediale Verbreitung. Bei Olympia kommt hinzu, dass das Motto seit 2021 offiziell „Citius, Altius, Fortius – Communiter“ („Faster, Higher, Stronger – Together“) lautet – eine Formulierung, die die Idee der gemeinsamen Bühne betont.
In der Praxis lassen sich viele ikonische Szenen drei Kategorien zuordnen: Rekorde, die Grenzen neu definieren; Triumphe, die über Sport hinausweisen; und Tragödien, die Regeln, Sicherheitskonzepte und Erinnerungskultur verändern. Genau diese Mischung erklärt, warum „die“ zehn Momente nie völlig objektiv sind – und warum sich die folgenden Beispiele als thematischer Rundumschlag lesen lassen.
1) Jesse Owens, Berlin 1936: viermal Gold gegen den Zeitgeist.
Owens gewann in Berlin vier Goldmedaillen (100 m, 200 m, Weitsprung, 4×100 m). Die Erfolge wurden international auch als Kontrapunkt zu den propagandistischen Absichten des NS-Regimes wahrgenommen.
2) Abebe Bikila, Rom 1960: Marathon barfuß – und Weltrekord.
Bikila lief den olympischen Marathon barfuß und gewann in Weltrekordzeit 2:15:16,2. Zeitgenössische Berichte betonen, dass die Entscheidung unter anderem mit schlecht passenden neuen Schuhen zusammenhing.
IMAGO / TT / Nach 42 km Marathon erreichte der Athlet aus Äthiopien, Abebe Bikila, als Erster die Ziellinie.
3) Tommie Smith & John Carlos, Mexiko-Stadt 1968: Protest auf dem Podium.
Die beiden US-Sprinter setzten bei der Siegerehrung über 200 m ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und für Menschenrechte – ein Bild, das bis heute als Referenz für Sport und Aktivismus gilt.
IMAGO / Horstmüller / Olympiade 1968 in Mexiko Tommie Smith
4) Bob Beamon, Mexiko-Stadt 1968: 8,90 Meter, die eine Ära markieren.
Beamons Sprung über 8,90 m sprengte die damaligen Maßstäbe. Sein Weltrekord hielt knapp 23 Jahre (bis 1991), der Sprung ist weiterhin Olympiarekord.
IMAGO / WEREK / Bob Beamon (USA)
5) München 1972: Terroranschlag – und ein Bruch in der olympischen Erzählung.
Der Angriff auf das israelische Team gilt als Zäsur: Auf den 50. Jahrestag verwies das IOC ausdrücklich als „dunkelsten Tag“ der olympischen Geschichte.
IMAGO / Werner Schulze / Die olympische Fahne im voll besetzten Olympiastadion hängt während der Trauerfeier für die Opfer der Geiselnahme auf Halbmast Leichtathletik OS Sommer Herren Olympische Spiele 1972
6) Nadia Comăneci, Montreal 1976: die erste „10,0“ – und sieben perfekte Wertungen.
Comăneci erhielt 1976 die erste perfekte 10,0 im olympischen Kunstturnen; insgesamt kamen in Montreal sieben perfekte Wertungen hinzu. Sie gewann dort drei Goldmedaillen, dazu Silber und Bronze.
IMAGO / WEREK / Nadia Comaneci (Rumänien) am Stufenbarren
7) „Miracle on Ice“, Lake Placid 1980: USA schlägt die UdSSR 4:3.
Am 22. Februar 1980 gewann das US-Team im Eishockey gegen den favorisierten Gegner aus der Sowjetunion 4:3 – ein sportlich wie politisch stark aufgeladener Moment der damaligen Zeit.
IMAGO / Sven Simon / Schlußjubel USA Das US Eishockey Team wurde bei den Olympischen Spielen im heimischen Lake Placid 1980 Olympiasieger gegen den übermächtig scheinenden Gegner UdSSR
8) Muhammad Ali, Atlanta 1996: das Feuer – und ein Bild von Fragilität und Präsenz.
Ali entzündete bei der Eröffnungsfeier das olympische Feuer; Berichte verweisen dabei ausdrücklich auf die sichtbaren Auswirkungen seiner Parkinson-Erkrankung.
IMAGO / Zuma Press Wire / Im Jahr 1996 schockierte Muhammad Ali die Welt bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996.
9) Michael Phelps, Peking 2008: achtmal Gold in einem Sommer.
Phelps gewann in Peking acht Goldmedaillen und baute seine Karrierebilanz später auf insgesamt 28 olympische Medaillen aus, darunter 23 Gold.
IMAGO / Xinhua / Olympiasieger 2008 über 100m Schmetterling - Michael Phelps, Schwimmen Sommer Herren Olympische Spiele 2008, Sommerspiele, 100m Schmetterling, Delphin Einzelbild Peking Freude, Begeisterung
10) Usain Bolt, London 2012: 9,63 Sekunden als olympischer Fixpunkt.
Bolt gewann 2012 die 100 m in 9,63 Sekunden und stellte damit einen Olympiarekord auf. Er gewann zudem 100 m und 200 m bei drei aufeinanderfolgenden Spielen (2008, 2012, 2016).
IMAGO / PCN Photography / Leichtathletik der Olympischen Spiele London 2012, Usain Bolt nach dem Gewinn der Goldmedaille für Jamaika im 4x100m Staffellauf bei den Olympischen Sommerspielen London 2012.
Damit ist der Rahmen gesetzt – und genau daraus ergeben sich vier Themenstränge, die sich durch viele olympische „Schlüsselszenen“ ziehen.
Rekorde wirken objektiv, weil sie Zahlen sind. Gleichzeitig sind sie immer auch eine Geschichte über Bedingungen: Höhe, Hitze, Material, Zeitmessung, Konkurrenzdruck. Das macht Olympiarekorde zu geeigneten „Ankerpunkten“ – in Sportjournalismus und in visuellen Archiven.
Bob Beamon 1968 ist dafür ein Lehrbeispiel. Sein Sprung über 8,90 m war nicht nur Gold, sondern eine statistische Ausnahme: Der Abstand zum vorherigen Rekord war so groß, dass er als „Beamonesque“ in den Sprachgebrauch einging. Dass der Weltrekord erst 1991 fiel, macht die Szene rückblickend noch deutlicher als Epochenmarke.
Von der Leichtathletik führt eine direkte Linie in die Turnhalle. Nadia Comăneci zeigte 1976, wie ein Regelwerk an seine Darstellung stößt: Die perfekte 10,0 war zwar theoretisch möglich, aber die Anzeige war auf diesen Fall nicht ausgelegt – eine technische Randnotiz, die heute als Symbol für sportliche Dominanz gelesen wird. Dass Comăneci in Montreal sieben perfekte Wertungen erhielt und mehrere Medaillen gewann, verstärkt den Eindruck: Es ging nicht um einen „Glückstreffer“, sondern um wiederholte Präzision.
In der Neuzeit steht Michael Phelps 2008 für eine andere Form von Rekord: nicht die eine Zahl, sondern eine Serie. Die acht Goldmedaillen in Peking gelten bis heute als außergewöhnliche Häufung auf höchstem Niveau; die Gesamtbilanz von 28 Medaillen (davon 23 Gold) macht Phelps zur Referenz in Debatten über Dominanz und Langlebigkeit im Spitzensport.
IMAGO / ZUMA Press Wire / USAs Michael Phelps schwimmt bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, China, im Männer-200m-Schmetterling. Phelps beendete das Rennen auf dem 1. Platz und gewann seine vierte Goldmedaille.
Und schließlich Usain Bolt: Sein Olympiarekord von 9,63 Sekunden in London 2012 ist ein Beispiel dafür, wie ein Rekord zugleich eine Bildikone wird – die Sprint-Zielkamera als Bühne für eine kurze, aber weltweit geteilte Sequenz. Dass Bolt 100 m und 200 m bei drei Olympischen Spielen nacheinander gewann (2008, 2012, 2016), macht die Leistung zusätzlich historisch einordnungsfähig.
Der gemeinsame Nenner dieser Rekorde ist deshalb nicht nur die Zahl. Es ist die Wiederholbarkeit der Erzählung: Eine Leistung wird zur Referenz, wenn sie sich in Tabellen, Chroniken – und in Bildern – immer wieder als „davor/danach“-Moment nutzen lässt.
Nach den Rekorden stellt sich fast automatisch die nächste Frage: Wofür steht der Moment – jenseits der Sportart? Einige der langlebigsten olympischen Bilder sind genau deshalb langlebig, weil sie sportliche Leistung mit gesellschaftlicher Deutung verbinden.
Das beginnt früh in der modernen Mediengeschichte der Spiele mit Jesse Owens 1936. Owens gewann viermal Gold in Berlin; Quellen betonen, dass seine Siege das propagandistische Ziel des Regimes, „Überlegenheit“ zu inszenieren, sichtbar konterkarierten. Wichtig ist journalistisch dennoch die Einordnung: Owens’ Leistung war eine sportliche Tatsache – die politische Wirkung entstand durch den Kontext, in dem sie stattfand und verbreitet wurde.
Nur 24 Jahre später folgt ein Triumph, der eine andere Weltgegend in den Fokus rückt: Abebe Bikila 1960. Sein barfüßiger Marathonlauf, die Weltrekordzeit 2:15:16,2 und die Erzählung, dass schlecht sitzende Schuhe eine Rolle spielten, wurden zu einem Signal für die internationale Sichtbarkeit afrikanischer Ausdauerläufer. Die Szene ist dabei doppelt anschlussfähig: als Sportgeschichte und als Geschichte über globale Wahrnehmung.
1968, wieder Mexiko-Stadt, verschiebt sich die Ebene noch stärker. Tommie Smith und John Carlos nutzten das Siegerpodest als Bühne für ein Menschenrechts-Signal. Weltathletik- und USOPC-Einordnungen zeigen, wie stark diese Szene die Debatte über politische Ausdrucksformen bei Olympia geprägt hat – und dass die Wirkung nicht im Moment endet, sondern in der Rezeption fortlebt.
Der Themenstrang führt logisch zu Muhammad Ali 1996. Ali entzündete das olympische Feuer in Atlanta; Berichte verweisen darauf, dass seine Parkinson-Erkrankung sichtbar war und die Szene gerade dadurch als Symbolbild gelesen wurde – nicht für einen sportlichen Rekord, sondern für öffentliche Präsenz trotz körperlicher Einschränkung.
Gemeinsam zeigen diese Beispiele: Triumph kann Ergebnis, Kontext oder Geste sein. In der Bildauswahl sind es oft genau diese „mehrschichtigen“ Momente, die Redaktionen für Hintergründe, Jahrestage oder gesellschaftliche Debatten benötigen.
Nach Rekorden und Symbolbildern bleibt eine dritte Kategorie, die oft über Teamdynamik funktioniert: der Außenseiter-Moment. Olympia ist nicht nur Einzelsport, sondern auch Projektionsfläche für Kollektive – Nationen, Generationen, Spielstile.
Das bekannteste Beispiel ist das „Miracle on Ice“ bei den Winterspielen 1980 in Lake Placid. Am 22. Februar 1980 gewann die USA im Eishockey gegen die favorisierte Sowjetunion 4:3. Quellen betonen, dass das Ergebnis in der damaligen Wahrnehmung weit über Sport hinausging, weil es in eine Phase des Kalten Krieges fiel.
Für die Bildsprache ist diese Kategorie besonders interessant: Anders als beim Einzelrekord gibt es selten „das eine“ Siegerfoto. Häufig sind es Sequenzen – Bank, Torraum, jubelnde Spieler, Anzeigetafel, Publikum. Das Ereignis ist das Kollektivbild. Dadurch wird auch verständlich, warum Bildarchive in solchen Fällen nicht nur ein Motiv vorhalten, sondern verschiedene Perspektiven für unterschiedliche Erzählabsichten.
Spätestens an diesem Punkt verschiebt sich der Ton. Olympische Tragödien sind keine „Momente“ im sportlichen Sinne, sondern historische Einschnitte. Sie gehören dennoch zur Geschichte der Spiele, weil sie Regeln, Sicherheitskonzepte und öffentliche Erwartungen dauerhaft verändert haben.
IMAGO / Werner Schulze / Die DDR Staffel mit v.re.: Dagmar Käsling, Monika Zehrt, Rita Kühne und Helga Seidler ist Olympiasieger über 4x400m bei den Sommerspielen in München 1972.
Der Anschlag von München 1972 gilt als solche Zäsur. Das IOC hat den Jahrestag wiederholt als „dunkelsten Tag“ bezeichnet und die Opfer des terroristischen Angriffs im Rahmen offizieller Gedenkformate erinnert. In späteren Spielen wurde die Frage, wie Erinnerung bei Olympia sichtbar gemacht wird, erneut diskutiert; Reuters verweist etwa darauf, dass ein Moment der Stille für die Opfer erst bei den Spielen in Tokio 2021 in dieser Form Teil der Zeremonie war.
Für Redaktionen stellt sich bei solchen Themen regelmäßig ein Abwägungsproblem: Wie zeigt man Geschichte, ohne zu instrumentalisieren? Bildauswahl und Bildtext müssen hier besonders präzise sein – mit klarer Trennung zwischen dokumentarischer Darstellung, Kontext und Bewertung. Die Existenz von Gedenkorten und offiziellen Formaten (etwa Jahrestage) schafft dabei zwar einen Rahmen, ersetzt aber nicht die Verantwortung in der Veröffentlichung.
Damit schließt sich der Bogen zu den ersten Kategorien: Rekorde und Triumphe erzählen vom „Höher, Schneller, Weiter“ – Tragödien erinnern daran, dass Olympia als Großereignis auch Risiken und politische Realitäten nicht ausblendet.
Wer olympische Ikonen veröffentlicht, arbeitet fast immer in einem Umfeld, in dem Bildrechte, Persönlichkeitsrechte und Nutzungszweck sauber getrennt werden müssen. Eine Lizenz überträgt dabei nicht das Eigentum am Bild – sie regelt das Nutzungsrecht, während das Urheberrecht beim jeweiligen Creator bzw. der Agentur verbleibt.
IMAGO bietet dafür gängige Lizenzmodelle, die den Einsatz präzise definieren:
Gerade bei Sportbildern ist die Unterscheidung redaktionell vs. kommerziell zentral:
Model Release und Property Release:
Wenn Personen oder private Orte/Objekte klar erkennbar sind und die Nutzung kommerziell wird, können Model Releases (Einwilligung abgebildeter Personen) oder Property Releases (Freigabe von Eigentümern, z. B. bei privatem Eigentum oder Kunst) relevant werden. IMAGO kennzeichnet den Release-Status in den Metadaten und unterstützt die Suche über entsprechende Filter.
Damit eine Bildstrecke – wie die oben skizzierte – im Alltag funktioniert, ist neben der Rechtefrage auch der Workflow entscheidend. IMAGO stellt dafür drei gängige Einkaufswege bereit, die je nach Umfang sinnvoll sind:
Ergänzend lohnt sich in vielen Redaktionen ein kurzer Blick in die internen Bereiche Lizenzen, Rights Managed und Royalty Free Premium, um bei wiederkehrenden Formaten konsistent zu bleiben.
Die Auswahl der „legendärsten Olympia-Momente“ bleibt interpretierbar – doch Rekorde, Triumph und Tragödie bilden in der Rückschau einen stabilen Rahmen. Owens, Bikila, Smith/Carlos, Beamon, München, Comăneci, Lake Placid, Ali, Phelps und Bolt stehen jeweils für eine andere Facette der Spiele: messbare Leistung, gesellschaftliche Bedeutung, kollektive Dynamik oder historische Zäsur.
Für die publizistische Praxis sind diese Momente vor allem deshalb relevant, weil sie sich visuell erzählen lassen – als Einzelbild, Sequenz oder Archivfund. IMAGO unterstützt diese Arbeit über ein partnerbasiertes, internationales Content-Netzwerk und klare Lizenzmodelle, die Nutzung, Zeitraum und Medium definieren. Und gerade bei olympischen Motiven gilt: Sorgfalt in Kontext und Rechteklärung ist kein Zusatz, sondern Teil der journalistischen Qualität.