Justin Engel hat sich in kurzer Zeit von einem vielversprechenden Nachwuchsspieler zu einem festen Namen im Profi-Tennis entwickelt. Der 2007 in Nürnberg geborene Rechtshänder machte schon als Teenager durch Ergebnisse auf der ITF-Tour und erste Erfolge auf Challenger- und ATP-Ebene auf sich aufmerksam. Mit 17 Jahren gelang ihm als drittjüngstem Spieler überhaupt ein Matchsieg auf der ATP Tour. 2024–2025 folgten weitere Meilensteine – vom ersten Profititel über Siege gegen Top‑100‑Gegner bis zum Einzug in ein ATP‑Viertelfinale auf Rasen. Dieses Porträt zeichnet Engels Weg nach, ordnet Schlüsselmomente ein und zeigt, wie er sich sportlich und mental Schritt für Schritt etabliert hat.
IMAGO / tennisphoto.de / Claudio Gärtner / Justin Engel (Bayerischer Tennis-Verband e.V.), Deutsche Jugend-Hallenmeisterschaften 2022, Essen, Tennis-Verband Niederrhein e.V.
Engel begann im Alter von drei Jahren mit dem Tennissport, angeleitet von seinem Vater Horst. Zunächst zog ihn jedoch das Kickboxen an, das er von acht bis zwölf Jahren betrieb. Parallel blieben frühe Erfolge mit dem Schläger nicht aus, darunter der Sieg bei einem U11‑Nationalturnier – die Grundlage für die endgültige Entscheidung zugunsten des Tennis. Geprägt wurde Engel auch durch seinen multikulturellen Hintergrund: Er lebte zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr bei den Großeltern in der Republik Moldau, spricht neben Deutsch und Englisch fließend Rumänisch und versteht Russisch. Nach der Rückkehr nach Deutschland musste er sprachliche Hürden überwinden – Erfahrungen, die seine Widerstandskraft früh formten.
IMAGO / Eibner / Justin Engel Emotionen, Sieg, Jubel, Freude, Alex Michelsen vs. Justin Engel, Tennis, ATP, Tennis Herren Turnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale, 11.06.2025, Alex Michelsen vs. Justin Engel, Tennis, ATP-Turnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale. IMAGO / Eibner / Justin Engel Emotionen, Sieg, Jubel, Freude, Alex Michelsen gegen Justin Engel, Tennis, ATP, Herrenturnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale, 11.06.2025, Alex Michelsen gegen Justin Engel, Tennis, ATP-Turnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale.
Mit zehn Jahren bestritt Engel erste lokale Turniere. Ab 2021 spielte er auf der ITF Junior Tour, gewann zwei Einzel- und drei Doppeltitel und erreichte als beste Juniorenplatzierung Rang 56. Den klassischen Juniorenweg beschritt er jedoch nur begrenzt: Ab 2023 rückte der Fokus klar auf die Profitour, auch wenn er formal bis Ende 2025 im Juniorenbereich startberechtigt gewesen wäre. 2023 sammelte er erste ATP‑Ranglistenpunkte, musste aber zahlreiche enge Dreisatzniederlagen verkraften – ein Lernprozess, der seine Wettkampfhärte schärfte. Der Knoten platzte im Mai 2024, als Engel mit nur 16 Jahren in Villach seinen ersten Titel auf der ITF World Tennis Tour gewann und damit als jüngster deutscher Herrenspieler seit 2003 einen Profititel holte.
IMAGO / HMB-Media / Justin Engel (Deutschland) bei der Pressekonferenz nach seinem Sieg gegen Alex Michelsen (USA) und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale.
Auf den Premieren-Titel folgten 2024 vier weitere M15‑Erfolge, unter anderem in Uslar, Trier und Cap d’Agde. Bis Oktober 2024 war Engel der höchstplatzierte U18‑Spieler der ATP und stand auf Rang 393. Abseits des Platzes stellte er die Weichen mit der Unterzeichnung bei SPORTFIVE und der projectFIVE‑Betreuung – ein Schritt, der professionelle Unterstützung in Sponsoring, Kommunikation und Karriereplanung brachte. Sportlich wagte Engel den Sprung auf höheres Niveau: In Karlsruhe schlug er bei seinem ersten Challenger‑Hauptfeld den an drei gesetzten Pierre‑Hugues Herbert in zwei Sätzen. In Alicante qualifizierte er sich, bezwang unter anderem Luca Van Assche und erreichte das Viertelfinale. Im Oktober 2024 folgte das ATP‑Debüt, gekrönt vom ersten Sieg auf der ATP Tour. In dieser Partie überzeugte er mit hoher Breakball‑Resistenz und verwies darauf, wie sehr ihn der Kampfgeist seines Idols Rafael Nadal prägt.
IMAGO / Ostseephoto / ATP, Herrentennis 500, Tennis, Herren, Hamburg Open, Hamburg, 1. Runde, Jan-Lennard Struff (Deutschland) - Justin Engel (Deutschland)
Zu Jahresbeginn 2025 gewann Engel ein weiteres M15‑Turnier in Cadolzburg (Teppich) und kletterte im Februar in die Region um Platz 345 – als jüngster Spieler innerhalb der Top 500. Bei den BMW Open in München unterlag er im Einzel knapp, erreichte aber im Doppel an der Seite von Max Rehberg das Viertelfinale nach einem Auftaktsieg gegen das gesetzte Duo Granollers/Zeballos. Im Mai folgte am Hamburger Rothenbaum der nächste Schritt: Engel besiegte Jan‑Lennard Struff in zwei Tiebreaks – sportlich bedeutsam und aufgrund einer persönlichen Vorgeschichte medial beachtet. Der Erfolg bedeutete zugleich den Sprung in die Top 300.
In Stuttgart (BOSS Open) nahm Engel erstmals an einem Rasenturnier teil und gewann sein Auftaktmatch gegen James Duckworth nach 2½ Stunden trotz zwischenzeitlicher Probleme. Im Achtelfinale bezwang er den US‑Amerikaner Alex Michelsen in zwei Sätzen – mit nahezu makelloser Aufschlagbilanz. Damit stand Engel als 17‑Jähriger im ATP‑Viertelfinale auf Rasen; ein Vergleich mit historischen Markierungen lag nahe. Das Turnier endete gegen Félix Auger‑Aliassime, doch Engel hatte seine Vielseitigkeit auf Hartplatz, Sand und Rasen eindrucksvoll belegt.
IMAGO / Beautiful Sports / Wunder1 / Justin Engel (GER) im Match gegen Felix Auger-Aliassime (CAN) BOSS OPEN ATP250; Stuttgart, Tennisclub Weissenhof am 13.06.2025
Im September 2025 feierte Engel sein Debüt für die deutsche Davis‑Cup‑Mannschaft. In Tokio setzte er sich gegen Rei Sakamoto im Tiebreak des dritten Satzes durch und wurde damit – nach Boris Becker – einer der jüngsten deutschen Davis‑Cup‑Spieler. Kurz zuvor hatte er beim Challenger‑125 in Orléans das Halbfinale erreicht und den Sprung in die Top 200 geschafft. Seinen ersten Challenger‑Titel gewann Engel im Oktober 2025 beim „Ladies & Gents Cup“ in Hamburg. Im Endspiel besiegte er Federico Cinà in zwei Sätzen – es war das jüngste Challenger‑Finale seit 2003. Mit 18 Jahren und 25 Tagen avancierte Engel zum jüngsten Challenger‑Champion des Jahres 2025, rückte in der Weltrangliste auf Platz 188 vor und verbesserte seine Position im Next‑Gen‑Race.
Ende 2025 rückte Engel nach einer Absage ins Feld der Next Gen ATP Finals in Jeddah nach – als erster deutscher Teilnehmer bei diesem U21‑Saisonfinale. Zuvor war hervorgehoben worden, dass er mit seinem Stuttgarter Lauf und dem Challenger‑Titel als erster Spieler des Jahrgangs 2007 einen Challenger‑Pokal gewann.
IMAGO / Eibner / Edward Cheung / Justin Engel Emotionen, Sieg, Jubel, Freude, Alex Michelsen vs. Justin Engel, Tennis, ATP, Tennis Herren Turnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale, 11.06.2025, Alex Michelsen vs. Justin Engel, Tennis, ATP-Turnier, Boss-Open, Center-Court, Achtelfinale.
Parallel zur sportlichen Entwicklung wuchs Engels Reichweite in den Sozialen Medien. Anfang Dezember 2025 erhielt er in München den ESB Sportfluencer Award in der Kategorie Tennis – eine Auszeichnung, die datenbasiert Interaktionsraten und Authentizität bewertet. Engel betonte, Social Media bereite ihm Freude; zugleich bleibe der Fokus klar auf dem Sport.
Mit 18 Jahren verfügt Justin Engel bereits über eine Reihe belastbarer Referenzpunkte: fünf ITF‑Titel bis Ende 2024, der erste ATP‑Matchsieg eines 2007‑Geborenen (2024), der Heimsieg über Jan‑Lennard Struff in Hamburg (2025), ein ATP‑Viertelfinale auf Rasen in Stuttgart (2025), der erste Challenger‑Titel (Hamburg 2025) sowie die Nominierung für die Next Gen ATP Finals. Seine aktuelle Bestplatzierung (November 2025) lautet Rang 182. Engel formuliert das kurzfristige Ziel, in die Top 100 vorzustoßen. Ob der Sprung sofort gelingt, bleibt offen; die sportliche Entwicklung und die Breite seiner Leistungen auf mehreren Belägen sprechen jedoch für einen kontinuierlichen Aufwärtstrend.
Justin Engel steht exemplarisch für eine junge deutsche Spielergeneration, die frühzeitig den Übergang in den Profi‑Bereich sucht und rasch Verantwortung auf höherem Niveau übernimmt. Sein Weg zeigt eine klare Linie: belastbare Grundlagen, zielgerichtete Turnierplanung, konsequente Anpassungen im Training und Wettkampfpraxis gegen starke Konkurrenz. Setzt er diese Entwicklung fort, wird er sich im Tour‑Alltag weiter festigen – mit der Perspektive, sich dauerhaft in höheren Ranking‑Regionen zu etablieren.
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